Lohnt sich ein Blog in Zeiten von KI noch?

Ich schreibe gerade diesen Blogbeitrag. Du liest ihn. Ist das nicht schon Antwort genug? 😎

Bloggen ist doch tod, hört man immer wieder. Braucht es noch Blogbeiträge in Zeiten von KI? Es gibt Social Media, Newsletter, Podcasts, Videos. Warum also noch ein Blog? Aber ist das wirklich so? Warum werden dann täglich Millionen an Blogbeiträgen veröffentlicht? Außerdem habe ich einige interessante Erfahrungen gemacht, die ich gerne teile. Also, steigen wir gleich ein in die „totgesagte“ Welt der Blogbeiträge.

Zahlen, Daten und Fakten zu Blogbeiträgen

Menschen suchen noch. Und zwar viel. Jeden Tag werden Milliarden Suchanfragen bei Google gestellt. Menschen tippen Fragen ein und wollen konkrete Antworten. Für diese Antworten landen sie häufig auf einem Blogbeitrag, und zwar öfter als auf einer Startseite oder einer Leistungsseite.

Blogbeiträge bringen bei vielen Websites den meisten organischen Traffic. Das gilt auch heute noch. Und ich kenne das bei meinen Kunden, wenn ich mir die Verzeichnisse angucke. Hier ist der Blog als Trafficquelle gut vertreten.

Schon gewusst? Ein paar offizielle Zahlen für Blogs

  • 600 Millionen Blogs gibt es weltweit (Tech Business News, 2025)
  • 77 Prozent aller Internetnutzer lesen Blogs (BloggersPassion, 2025)
  • 70 Prozent der Menschen informieren sich lieber über einen Blogbeitrag als über eine Werbeanzeige (Hostinger, 2025)
  • 434 Prozent mehr indexierte Seiten bei Google haben Websites mit aktivem Blog (Hostinger, 2025)
  • 97 Prozent mehr eingehende Links bekommen Websites mit Blog (Hostinger, 2025)
  • Marketer, die Blogging priorisieren, erzielen 13-mal häufiger positiven ROI (OptinMonster)
  • 73 Prozent der Leser scannen Beiträge, nur 27 Prozent lesen vollständig (SQ Magazine, 2025)

Dazu kommt etwas Neues: KI-Suchen wie ChatGPT oder Google AI Overviews zitieren gut strukturierte Beiträge aktiv. Wer einen informativen Blogbeitrag hat, wird gleich doppelt sichtbar: bei Google und in KI-Antworten. Dabei geht es um GEO. Das wird für Websites immer relevanter.

Worauf bei einem Blogbeitrag zu achten ist

Content gibt es inzwischen im Überfluss. Was zählt, ist Qualität, und die Definition davon hat sich verschoben. Die folgende Punkte geben eine Orientierung. Wobei jetzt sicher nicht alles 1:1 umsetzbar ist. Und es ist kein Garant für ein besseres Ranking. Aber die Chance steigt, wenn man das berücksichtigt.

Dann kann ein Blog dafür sorgen, dass deine Zielgruppe dich findet und wahrnimmt. Du tauchst genau dann auf, wenn jemand nach einer Antwort sucht, die du geben kannst. Das ist ein riesiger Unterschied zu Social Media, wo du auf Sichtbarkeit hoffst. Hier wirst du aktiv gesucht und gefunden.

Inhaltliche Aufbereitung von Blogbeiträgen

Doch wie sollte ein Blogbeitrag genau aussehen. Hier sind die wichtigsten Punkte:

Inhaltliche Tiefe

Oberflächliche Beiträge, die ein Thema nur streifen, verlieren an Sichtbarkeit. Google und KI-Systeme erkennen, ob ein Text wirklich etwas erklärt oder nur Keywords aneinanderreiht. Wer tiefer geht als alle anderen zum gleichen Thema, hat einen echten Vorteil. Wer seine Inhalte strukturiert, erhöht die Chance, zu ranken.

Leichte Sprache

Kurze Sätze, verständliche Wörter, keine unnötigen Fachbegriffe. Das klingt simpel und ist im Content Management schon seit Jahre ein Standard. Sowohl Suchmaschinen als auch KI-Systeme wissen inzwischen, dass Leser leichte Sprache bevorzugen. Wer verständlich schreibt, wird häufiger gelesen, häufiger geteilt und häufiger zitiert.

Fragen beantworten.

Menschen suchen in Fragen. „Wie funktioniert X?“, „Was kostet Y?“, „Wann lohnt sich Z?“ Beiträge, die konkrete Fragen direkt beantworten, landen häufiger in KI-Antworten und in den People-Also-Ask-Boxen bei Google. Ein FAQ-Block am Ende von Beiträgen kann hilfreich sein, ist aber kein MUSS und sollte nur genutzt werden, wenn es einen Mehrwert bietet.

Chunks statt Fließtext

Inhalte in eigenständige, klar abgegrenzte Einheiten aufteilen. Ein Chunk beantwortet genau eine Frage oder erklärt genau einen Gedanken. KI-Systeme greifen auf diese Chunks zurück, wenn sie Antworten zusammenstellen. Wer seine Inhalte so strukturiert, erhöht die Chance, zitiert zu werden. Das stärkt die Markenbildung.

Hier gilt das Prinzip, dass Leser scannen. Das ist eine Tatsache. Wer das beim Schreiben berücksichtigt, schreibt automatisch besser. Das Motto lautet heute: Kurze Häppchen (Chunks) statt langer Fließtextblöcke. Das heißt, dass es wenige lange Fließtexte braucht (je nach Zielgruppe). Besser sind kurze Absätze und Gedankengänge. Ein Gedanke sollte auch ein Absatz sein. Am besten ist dieser kurz, klar und für sich eigenständig lesbar. Nachweislich springen Leser zwischen Abschnitten, und sollten die wichtigste Aussage schnell erfassen.

Insights

Content Nuggets (Chunks) statt langer Fließtextblöcke

Aktualität

Ein Beitrag von 2022 ohne Update signalisiert: hier kümmert sich niemand. Regelmäßige Aktualisierungen, neue Zahlen, neue Beispiele: das sind Signale, die sowohl für Leser als auch für Suchmaschinen zählen.

Strukturelle Aufbereitung von Blogbeiträgen

Dazu kommen Strukturelemente, die den Beitrag übersichtlich machen:

ElementWofür
ZwischenüberschriftenOrientierung beim Scannen
ListenVergleiche und Aufzählungen
TabellenGegenüberstellungen auf einen Blick
FettschriftSchlüsselbegriffe hervorhebenBilder und
GrafikenErklären, was Text allein nicht schafft

Technische Aufbereitung von Blogbeiträgen

Genauso wichtig ist die technische Aufbereitung. Ein Blogbeitrag, der gut für Suchmaschinen aufgestellt ist, erfüllt ein paar technische Anforderungen. Hier mal die wichtigsten aufgelistet. Hier handelt es sich um die absoluten Basics.

  • einen aussagekräftigen Titel-Tag
  • eine Meta-Description
  • saubere Überschriftenstruktur mit H1, H2 und H3
  • optimierte Bilder mit Alt-Texten und interne Verlinkungen zu passenden Beiträgen.
  • Strukturierte Daten
  • Indexierung (wo wir schon bei der Technik sind)
  • Ladezeit der Seite

Und dann ist da noch das Wichtigste: eigene Erfahrung. Ein Beitrag, der aus der Praxis kommt, bietet etwas, das es so kein zweites Mal gibt.

E-E-A-T bei Blogbeiträgen wichtig

Hier kommt E-E-A-T ins Spiel. Hinter diesem Kürzel steckt, was Google seit einigen Jahren konsequent in den Vordergrund stellt. E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness, also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit.

Was das konkret für einen Blogbeitrag bedeutet:

BuchstabeWas es bedeutetWie du es zeigst
ExperienceDu hast das Thema selbst erlebtEigene Beispiele, Zahlen, Situationen
ExpertiseDu kennst dein FachgebietTiefe statt Oberfläche, keine Allgemeinplätze
AuthoritativenessAndere verweisen auf dichExterne Links, Erwähnungen, Gastbeiträge
TrustworthinessDeine Seite ist vertrauenswürdigImpressum, Autoreninfo, Quellenangaben

Meine Blogerfahrung

Apropos eigene Erfahrungen: Ich habe ja schon einige Blogbeiträge geschrieben und konnte für Kunden immer wieder Top-Platzierungen erreichen. Das klappt sogar in einer hart umkämpften Branche. Gezielte Beiträge über das passende Thema funktionieren noch wie meine Erfahrung zeigt. Man muss ehrlich gesagt nur wissen wie (Sprecht mich gerne an 😉). Mit einem so guten Ranking steigen auch die Klicks (je nach Suchvolumen natürlich).

Was dahintersteckte (außer viel Arbeit):

  • Die Suchintention wurde genau getroffen. Was wollte der Nutzer wirklich wissen?
  • Das Thema passte zum Angebot der B2B Seite und Google hat hier eine Relevanz erkannt.
  • Die Struktur der Seite passte. Überschriften, Listen, kurze Absätze.
  • Und ganz wichtig: Die Ladezeit und der Gesamtzustand der Seite stimmen.
  • Es wurden eigene Erfahrung eingebaut.

Wie lang sollte ein Blogbeitrag sein?

So lang wie das Thema es braucht. Ein dichter, klarer Beitrag mit 600 Wörtern leistet oft mehr als einer mit 2.000 Wörtern ohne roten Faden.

Länge WörterWann passend
400–600 WörterKlare Frage, klare Antwort
800–1.200 WörterThema mit mehreren Aspekten
1.500+ WörterKomplexe Themen, Vergleiche, Guides

Insights

Eine pauschale Aussage über die Länge lasst sich nicht machen.

Welche Themen lohnen sich?

Hier helfen eigentlich ein paar Fragen bei der Auswahl (gibt sicher noch mehr):

  1. Welche Fragen stellen deine Kunden / deine Zielgruppe immer wieder?
  2. Thematisiert dieser Blogbeitrag ein Problem deiner Zielgruppe?
  3. Was hast du selbst getestet, ausprobiert oder erlebt?
  4. Wo kannst du aus eigener Praxis berichten?
  5. Hast du Erkenntnisse, die sich lohnen zu teilen?

Solche Beiträge, die auf diese Fragen eingehen ranken einfach besser. Sie bieten etwas, das es so kein zweites Mal gibt.

Genauso wichtig: Die Themen müssen zu deiner Zielgruppe und deinem Angebot passen. Ein Blogbeitrag, der zwar viele Besucher bringt, aber die falsche Zielgruppe anzieht, hilft dir wenig. Deshalb lohnt es sich, vor dem Schreiben eine kurze Analyse zu machen und einen Contentplan zu erstellen. Welche Themen haben Suchvolumen? Welche passen zu deinen Leistungen? Welche Fragen führen am Ende zu einer Anfrage? Mit einem Plan schreibst du gezielt, und jeder Beitrag zahlt auf ein Ziel ein.

Und lohnt sich ein Blog?

Wenn du deine Blogtexte ungeprüft von der KI erstellen lässt, ohne eigene Erfahrung oder Recherche und diese wie Einheitsbrei sind, lohnt sich ein Blog langfristig eher nicht.

Dabei meine ich nicht qualitativ hochwertige Unterstützung durch KI. Die ist durchaus möglich, um sich das Leben etwas leichter zu machen.

Spannend wird es, wenn du Themen hast, die du aus eigener Erfahrung erklären kannst. Vielleicht ergänzt du das sogar mit einem Video. Wenn du für deine Leser schreibst und ihnen etwas mitgibst, das sie wirklich weiterbringt.

Und wenn du aufhörst, auf Länge und reines Suchvolumen von Keywords zu optimieren. Nicht das Keyword mit dem höchsten Suchvolumen ist das spannende.

Und ein bisschen Technik ist auch mit im Spiel, wie ich ja schon erläutert habe 😌

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